Es gibt Momente im Sport, die sich einprägen wie ein Geruch, ein Geräusch, ein Licht. Roland Garros 2026 gehört dazu. Wieder stehen Arturo Coello und Agustín Tapia auf dem Philippe‑Chatrier, wieder tragen sie dieses selbstverständliche Leuchten in den Augen, wieder spürt man schon beim Einspielen: Das hier ist ihr Court, ihr Turnier, ihr Mythos.
Vier Jahre in Folge haben sie Paris erobert – und diesmal war der Weg dorthin alles andere als geradlinig. Das frühe Aus in Madrid, die Diskussionen, die Zweifel. Doch sobald sie die rote Asche von Paris betreten, verwandelt sich alles. Coello und Tapia spielen nicht nur Padel, sie spielen eine Art emotionales Hochamt.
Das Finale gegen Chingotto und Galán war ein Drehbuch, das man so nicht schreiben könnte. Satz eins souverän, Satz zwei verloren, Satz drei fast weg – und dann dieser Moment, in dem beide gleichzeitig beschließen, dass sie das nicht hergeben. Break zurück, Tie‑Break, totale Kontrolle. Ein 7:1, das wie ein Stempel wirkt: Wir sind noch da. Wir sind immer noch die Nummer eins.
Ein Frauenfinale, das eine neue Ära andeutet
Während die Männer ein episches Drama lieferten, war das Frauenfinale eine Demonstration von Präzision, Ruhe und gnadenloser Klarheit. Ari Sánchez und Andrea Ustero spielten, als hätten sie die Linien des Courts selbst gezogen. Jede Entscheidung wirkte logisch, jeder Ballwechsel wie ein Satz aus einem perfekt geschriebenen Buch.
6:2, 6:0 – ein Ergebnis, das man zweimal liest, weil es in einem Major‑Finale fast surreal wirkt. Doch wer die beiden in Paris gesehen hat, weiß: Das war kein Zufall. Das war ein Statement. Ustero, die ihren ersten Major holt, sprach danach von einem „perfekten Ort“. Sánchez von einem „besonderen Gefühl“. Und beide hatten recht – denn der Philippe‑Chatrier hat diese Fähigkeit, Spielerinnen größer wirken zu lassen, als sie es selbst glauben.
Für Claudia Fernández und Martina Calvo war es ein Finale, das trotz der Niederlage Hoffnung macht. Erst ihr viertes Turnier zusammen, erstes Major‑Finale – und trotzdem genug Momente, die zeigen, dass diese Paarung Zukunft hat. Aber an diesem Tag gehörte die Bühne Sánchez und Ustero.
Paris bleibt der Ort, an dem Padel Geschichten schreibt
Roland Garros hat sich in den letzten Jahren zu einem Ort entwickelt, an dem Padel nicht nur gespielt, sondern gelebt wird. 81.000 Zuschauer über die Woche, ein Chatrier, der sich anfühlt wie ein Tempel, und eine Atmosphäre, die selbst Tennisfans neugierig macht.
Coello und Tapia schreiben weiter an ihrer eigenen Legende. Sánchez und Ustero setzen ein Ausrufezeichen. Und die Tour rollt weiter – Rotterdam, Düsseldorf, Mailand. Drei Wochen, die zeigen werden, ob Paris ein Höhepunkt war oder der Beginn eines Herbstes, der alles verändern kann.
Für uns bei Padeleros bleibt Roland Garros das Turnier, das den Sport größer macht. Und 2026 hat dieses Versprechen erneut eingelöst.
Foto: Padel FIP



