Großhesselohe mit tollem Start in die Tennis-Bundesliga-Saison

Der TC Großhesselohe ist mit einem echten Spitzenspiel in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Zum Auftakt empfingen die Münchner den Gladbacher HTC – ein Duell zweier Mannschaften, die seit Jahren zum engeren Favoritenkreis gehören. Vor rund 800 Zuschauern entwickelte sich eine Begegnung, die dem Anspruch eines Saisoneröffners mehr als gerecht wurde: vier Matches gingen in den Match‑Tiebreak, beide Teams lieferten Sandplatztennis auf höchstem Niveau, und am Ende stand ein 3:3, das die Kräfteverhältnisse ziemlich genau widerspiegelt.

Bernard Eßmann, der Bundesliga-Sportchef des TCG, hatte seine Mannschaft mit einer argentinisch geprägten Formation ins Rennen geschickt – angeführt vom neuen Publikumsliebling Marco Trungelliti. Der 36‑jährige Argentinier, der in dieser Saison als ältester Spieler seit über fünf Jahrzehnten erstmals in die Top 100 der Weltrangliste vorgedrungen ist, zeigte auf Position vier sofort, warum er als einer der variabelsten Sandplatzspieler der Liga gilt. Gegen den Briten Jay Clarke dominierte er von Beginn an, holte sich früh zwei Breaks und setzte mit clever eingestreuten Stoppbällen immer wieder Akzente. Auch wenn er zwischendurch ein Aufschlagspiel abgab, blieb er der klar bestimmende Spieler und brachte sein Match mit 6:2, 6:3 souverän nach Hause – ein Auftakt, der das Publikum sofort mitnahm.

Auf Position zwei entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe zwischen Thiago Agustín Tirante und dem Niederländer Botic van de Zandschulp. Beide liegen in der Weltrangliste eng beieinander, und genau so eng begann auch die Partie. Tirante startete druckvoll, doch van de Zandschulp fand zunehmend seinen Rhythmus und übernahm mit seiner wuchtigen Vorhand die Kontrolle. Der Niederländer, der schon zweimal das Finale der BMW Open erreicht hat und 2024 Carlos Alcaraz bei den US Open bezwingen konnte, spielte seine Erfahrung aus und entschied die Partie mit 6:4, 6:3 für sich.

Das Spitzeneinzel zwischen Luciano Darderi und Tomas Martin Etcheverry war der erwartete Höhepunkt des Tages. Etcheverry, der im Frühjahr ein ATP‑500‑Turnier in Rio gewonnen hatte, erwischte den besseren Start und holte sich den ersten Satz mit zwei Breaks. Darderi kämpfte sich im zweiten Durchgang zurück, profitierte von einem Doppelfehler seines Gegners und fand zunehmend seine Linie. Mit einem starken Finish glich er zum 1:1 aus. Im Match‑Tiebreak blieb die Partie offen, doch ein Doppelfehler des Italieners mit argentinischen Wurzeln besiegelte die Niederlage – 3:6, 6:3, 5:10.

Roman Burruchaga, Sohn des argentinischen WM‑Helden Jorge Burruchaga, lieferte auf Position drei ein Match, das die Zuschauer von den Sitzen riss. Gegen den jungen Spanier Daniel Merida begann er dominant, holte sich den ersten Satz mit kraftvollen Grundschlägen und einem spektakulären Rückhand‑Winner. Merida steigerte sich jedoch im zweiten Satz deutlich und erzwang den Match‑Tiebreak. Dort entwickelte sich ein Drama, das kaum spannender hätte sein können: Merida vergab zwei Matchbälle, Burruchaga nutzte seinen dritten und vollendete mit einem mutigen Netzangriff zum 6:2, 2:6, 14:12. Damit ging es mit einem 2:2 in die Doppel.

In den Doppeln setzten beide Teams auf Spezialisten. Großhesselohe stellte Constantin Frantzen an die Seite von Darderi – ein Duo, das den ersten Satz gewann, den zweiten abgab und im Match‑Tiebreak mit 10:6 die Nerven behielt. Gladbach konterte mit Robin Haase, der gemeinsam mit van de Zandschulp den ersten Satz gegen Tirante und Burruchaga dominierte. Das argentinische Duo kämpfte sich zurück, glich im Tiebreak aus, musste sich aber im entscheidenden Durchgang knapp mit 8:10 geschlagen geben. Damit stand das 3:3 fest.

Für Bernard Eßmann war das Ergebnis ein realistisches Spiegelbild des Tages. Sieben Top‑100‑Spieler standen in den Einzeln auf dem Platz – ein Niveau, das Großhesselohe in dieser Dichte noch nie erlebt hat. Zwischen einem möglichen 1:3‑Rückstand und einer 3:1‑Führung lag alles im Bereich des Möglichen, und auch die Doppel hätten in beide Richtungen kippen können. Das Remis ist deshalb ein faires Resultat und ein Hinweis darauf, wie eng die Liga in diesem Jahr sein dürfte.

Für Großhesselohe geht es nun mit einem Doppel-Auswärtsspieltag weiter: Am Freitag wartet der achtfache Deutsche Meister Grün-Weiss Mannheim, am Sonntag folgt das bayerische Derby beim Bundesliga-Rückkehrer TC Augsburg. Beide Partien werden live bei Sporteurope.TV übertragen. Die Heimspiele ab dem 19. Juli – darunter das Duell mit Titelverteidiger Bredeney sowie das oberbayerische Derby gegen Rosenheim – sind über eventim erhältlich.

 

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