Es gibt Turniere, die sich in die Saison schleichen, und solche, die sich mit einem lauten Knall in Erinnerung brennen. Das FIP Gold von Ponta Delgada gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Die Azoren, sonst ein Ort für Vulkane, Wale und dramatische Wolkenformationen, boten an diesem Wochenende die perfekte Bühne für zwei Paare, die nicht nur Titel holten, sondern Geschichten erzählten.
Bei den Männern waren es Alex Ruiz und Juanlu Esbri, die das Turnier mit einer Mischung aus Erfahrung, Mut und wachsendem Selbstvertrauen für sich entschieden. Ihr Finale gegen Marc Quilez und Fede Mouriño war enger, als es das Ergebnis vermuten lässt. Der entscheidende Moment im ersten Satz kam im achten Spiel, ein Break, das Ruiz und Esbri mit chirurgischer Präzision herausspielten. Der zweite Satz wurde zum Nervenstück, ein Duell auf Augenhöhe, das erst im Tiebreak kippte. Am Ende stand ein 6:4, 7:6 – und der zweite gemeinsame Titel nach dem FIP Platinum in Lyon.
Ruiz brachte es nach dem Match auf den Punkt: „Wir haben uns von Tag zu Tag gesteigert. Es ist ein großartiges Gefühl, diesen Titel mitzunehmen.“ Esbri, der zum ersten Mal auf den Azoren spielte, wirkte fast ein wenig überwältigt. „Eine sehr positive Woche“, sagte er, und kündigte an, noch einen Tag länger zu bleiben, um die Inseln zu genießen. Wer könnte es ihm verdenken.
Während Ruiz und Esbri sich durch enge Matches kämpften, marschierten Patty Llaguno und Martina Fassio im Frauenturnier beinahe unberührt durch das Tableau. Fünf Spiele, kein einziger Satzverlust, nur 13 abgegebene Spiele insgesamt – eine Dominanz, die man auf diesem Niveau selten sieht. Auch im Finale gegen Lucía Martínez und Águeda Pérez ließen sie nichts anbrennen und entschieden das Match mit 6:3, 6:2 für sich.
Llaguno sprach anschließend von einem Turnier, das dem Team „Selbstvertrauen und einen zusätzlichen Schub“ gegeben habe. Fassio wiederum wirkte, als würde sie tatsächlich ein zweites Zuhause auf den Azoren finden. Kein Wunder: Es ist bereits ihr zweiter Titel in Ponta Delgada, nachdem sie im vergangenen Jahr das FIP Silver gewonnen hatte. „Man spürt hier die Wärme der Menschen“, sagte sie. „Ich bin sehr glücklich, wieder gewonnen zu haben. Vielleicht gelingt es uns nächstes Jahr erneut.“
Es sind solche Momente, die ein Turnier größer machen als seine Kategorie. Die Azoren haben an diesem Wochenende nicht nur Punkte verteilt, sondern Geschichten geschrieben – von Paaren, die wachsen, von Spielerinnen, die sich zuhause fühlen, und von einem Club, der mit jeder Ausgabe ein bisschen mehr zum Fixpunkt im FIP‑Kalender wird.



